Liebe Besucher,

das neue Jahr hat bereits begonnen und beinahe jeden Tag wurden 1-3 Tiere in Not bei uns eingeliefert. Über Amsel, Zaunkönig, Wintergold-hähnchen, Taube , Sperber Habicht Falke, Mäusebussard und Graureiher - alles vertreten. Sobald wir Zeit haben, werden wir berichten.

Waldkauz - der Vogel des Jahres 2017

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/waldkauz/21299.html

 

Für das Jahr 2017 wurde der Waldkauz als Vogel des Jahres auserkoren.

 

Sie finden im Internet hierzu viele interessante Berichte und Dokumentationen.

 

Für mich sind das immer ganz besondere Tierpatienten - mit ihren kohleschwarzen großen Augen.

Durch den Dauerfrost haben die Wildvögel in der Natur einen schweren Stand- besonders Greife und Eulen und viele mehr - sie finden derzeit kaum Nahrung und Viele von ihnen erliegen dem Hungertod.

 

Täglich werden uns etliche unterkühlte und ausgehungerte Tiere gebracht oder gemeldet. Ein einsatz vor Ort ist für uns personell kaum möglich. In der Schweiz reagiert die Vogelwarte Sempach vorbildlich, sie hat vor wenigen Tagen per Funk und Radio die Bürger aufgerufen, geschwächte Tiere zu melden. Diese werden dann von der Vogelwarte geborgen und in Pflegestationen oder Kliniken gebracht - das gibt es bei uns leider noch nicht. 

 

Bitte achten Sie auf Tiere, die jetzt aufgeplustert und zusammen-gekauert irgendwo sitzen und werden Sie tätig.

 

Das Tier kann mit einer Decke geborgen werden, dann Wärmeflasche mit Handtuch und einen dunklen, weichgepolsterten Karton. Bitte erst aufwärmen, keine feste Nahrung sondern umgehend Pflegestation oder vogelversierten Tierarzt aufsuchen. Sobald das Tier aufgewärmt ist, geben wir Ringerlösung oder Amynin als Infusion s.c. Erst wenn das Tier wieder steht und Reaktionen zeigt fangen wir mit ganz zartem Rinder, Reh oder Putenfleisch in kleinen Mengen merhrfach über den Tag verteilt zur Fütterung an.

 

Bitte jeglichen Streß vermeiden - keine Schaulustigen,  Geräusche und Hektik vermeiden, die Tiere sind durch unsere Anwesenheit schon genug im Streß und sterben dann nicht nur an den Folgen des Hungers.

 

Dieser Bussard  steht für die vielen Greife und Eulen, die wir zur Zeit in unserer Station eingeliefert bekommen. Das bedeutet wieder Tag- und Nachtschichten - denn diese Tiere sind Intensivfälle und es zählt jede Gabe an Wärme, Infusionen und kleinst Mengen Futter in regelmäßgen Abständen. Bis auf Wenige konnten wir jezt im März fast alle Patienten wieder entlassen. Teilweise haben wir diese an ihren Fundorten wieder ausgewildert.

Waldohreule verlezt gefunden auf der Höri
Wie gestern telefonisch mit Ihnen besprochen, schicke ich Ihnen einen kurzen Bericht über das Auffinden der Eule:
Am Sonntag, den 26.2.17. waren mein Mann und ich mit unserem Hund  zwischen Horn und Weiler unterwegs. Wir verliessen den Feldweg und überquerten eine Streuobswiese. Der genaue Fundort des Vogels: von Weiler kommend auf der Landstrasse Richtung Horn etwa 200m nach der Abzweigung nach Gaienhofen (links Wald dann Viehweide) zweigen nacheinander rechts zwei Feldwege ab. Zwischen den beiden Feldwegen befinden sich o. e. S treuobstwiesen, weiter unten, es handelt sich um eine leichte Talsenke, kommt Waldgebiet. Am Rande der Streuobstwiese war ein Acker und in der Furche neben der Wiese lag der veletzte Vogel. Etwa 300m entfernt befindet sich der Segetenweiher ein Naturschutzgebiet.
Ich hoffe ,daß "unsere" Waldohreule durchkommt und werde mich telefonisch nochmal bei Ihnen melden.
Mit freundlichen Grüssen
Klaus und Ursula Hilzinger
Diese Waldohreule wird vermutlich ein Dauergast werden - der Flügel hing nur noch an einem seidenen Faden. Sie ist aber erstaunlich zutraulich in Gefangenschaft, das ist für diese Eulenart sehr ungewöhnlich.

 

 Die Eichhörnchensaison hat bereits begonnen

 

die ersten Findelkinder sind bereits im Alter von 4-7 Wochen alt und sind im kalten Februar geboren. Stürme, überfahrene Muttertiere, Baumfällungen, Opfer von Katzen und Rabenkrähen sind die häufigsten Ursachen, warum diese kleinen Tierkinder in Not geraten. 

 

Matti, Toni, Justus und Dunja - so wurden sie von Ute Dolle aus der Eichhörnchenstation getauft. Sie hat sie liebevoll hochgepäppelt und sie sind ziemlich gut genährt... Wir haben sie jetzt zur Weiterpflege übenommen - inzwischen sind noch Fabio aus dem Kloster Hegne, dann Bärbele aus Konstanz und Julio aus Singen dazugekommen

 

 

 

Das ist unsere Transportfee für die verletzten Tiere aus dem Raum Konstanz, sie brachte letzen Sonntag "Bärbele" aus der Eichhörnchenstation von Ute Dolle zu uns.

 

Wir danken Fenja, dass sie, sofern es ihr Beruf zulässt immer parat ist für irgendwelche Einsätze. Sie ist auch ein wahres Organisationstalent und hat uns schon Vieles besorgt, was wir in der Station gut gebrauchen können. Selbst kleine Kissen für die Boxen hat sie uns genäht. Es tut gut, wenn man auf Menschen trifft, die das Herz und die "Tier" Liebe noch am rechten Fleck haben.

 

Bärbelchen hat sich wunderbar eingelebt und ist nun mit weiteren Hörnchenbabys bei uns liebevoll versorgt. Sie hat sogar einen Patentante aus Moos - Marita S.!

 

 

Die ersten Fledermäuse sind auch schon unterwegs

 

Auch hier werden wieder die ersten Notfälle eingeliefert. Viele haben zu sehr abgespeckt während der kalten Wintermonate, oder haben einen Infekt oder Unfall nachdem sie auf der ersten Nahrungssuche sind. Aber auch Sanierungen, Umstapeln von Holz, Baumfällungen etc. brachten uns erste Notfälle ein. So sind uns in den letzen Tagen Mücken-, Zwerg-, Rauhaut- und Weißrandfledermäuse abgegeben worden.

Gelungene Entlassung eines genesen Mäusebussards aus Meersburg heute am 26. März 2017

 

 

 

Dieser Bussard wurde verhungert vor wenigen Wochen vom Tierschutzverein Friedrichshafen geborgen in Meersburg -am gleichen Tag noch einer in Hagnau und wenige Tage später in Fischbach je ein weiterer. Nun sind die ersten wieder genesen und wir wildern adulte Tiere immer gerne in der Nähe ihres Fundortes wieder aus. Uns ist es wichtig, dass die Tiere in aller Ruhe sich orientieren können, daher gibt es bei uns allenfalls die Chance, das die Finder oder oder Paten des Tieres dabei sein dürfen. Dank Gaby, die auch immer den Krankentransport der Tiere auf der anderen Seeseite von Bodmann bis Friedrichshafen - sogar Ravensburg übernimmt, konnte heute unser Meersburger bei Sonnenschein und guter Wetterlage seinen Start in die Freiheit erleben. Dafür Danken wir Gaby, die nun zum ersten Male einen Greife für uns starten ließ - sie hat es perfekt vorbereitet und gemeistert - lesen Sie hier:

 

Heute war wieder einmal ein großer Tag, denn es galt, einen gesund gepflegten Bussard in der Nähe seines Fundortes auszuwildern. Ein wunderschönes, kräftiges Tier. Lust auf die Transportkiste hatte der Vogel nicht wirklich, doch was sein muss, muss sein. Die Fahrt verlief ruhig, das Wetter heute und in den kommenden Tagen passt hervorragend - und so suchte ich ein geeignetes Plätzchen: leichte Hanglage, Freifläche mit Äcker, Wiesen, Felder. Dazu Baumbestand: Nadel-, Laub- und Obstbäume. Ohne Krähen, ohne Hochspannungsleitung und entfernt von verkehrsreichen Straßen. Im Hinterland von Meersburg (sein Fundort) war dies relativ schnell gefunden - und es nahte der große Moment! Wer war wohl aufgeregter!? Der Bussard, der endlich aus der Box raus wollte oder ich? Mein Herz klopfte aufgeregt … Es ist ein zutiefst berührender Moment, wenn sich ein stolzer Greifvogel mit kräftigen Flügelschlägen würdevoll wieder in sein Reich, seinen Lebensraum - in die Freiheit des Himmels - erhebt. Planen lässt sich der Moment jedoch nicht und so flog der Bussard nicht wie gedacht geradeaus den leichten Hang hinunter Richtung Bäume – sondern seitlich nach links. Dort setzte er sich in das knospende Geäst eines Baumes, schüttelte mehrmals kräftig sein Gefieder und beäugte aufmerksam die Umgebung. Diese Zeit reichte glücklicherweise aus für einen Schnappschuss :-) Denn gleich darauf startete er - fast so wie ein Schwimmer, der kopfüber vom Startblock ins Wasser gleitet - und flog über die Weite der Wiese, um sich in zwei-dreihundert Meter Entfernung hoch oben in einem hohen Baum erneut niederzulassen. 
Leb wohl, schöner Bussard, bleib gesund. 

Gabriele März