Vogel des Jahres 2018 ist der Star!

 

einst Zugvögel - inzwischen bleiben ganze Schwärme über Winter bei uns.

Sie sind imposante und drollige Gesellen. Haben die Gabe, Geräusche, Vogelstimmen, Worte, Musik, Klingeltöne von Handy uvm. nachzuahmen. Nicht selten sitzt anstelle eines rufenden Milans ein Star im Baum. Beliebt ist auch das "Keckern" der Turmfalken- die Stare ahmen es gerne nach. Aber auch so mancher Volgel ist irritiert, wenn der Star die Balzgesänge Anderer nachhamt.

 

Auf seinem Speiseplan stehen Insekten, Würmer, Beeren und Früchte. Leider leiden die Stare inzwischen an akuter Wohnungsnot, denn die Nisthölen in den Bäumen werden immer rarer - besonders in den Obsplantagen mit Hochstämmen. Aber auch die zunehmenden Sanierungen an Häusern reduzieren ihre Nistplätze. Hier können wir mit Nisthilfen - sprich Nistkästen helfen! Wer also Garten und Haus hat, kann hier etwas nützliches tun!

 

Immer wieder bekommen wir von Findern aufgepäppelte Exemplare, die nicht mehr auswilderbar sind nach Alleinaufzucht wegen Fehlprägung.

 

Aber sie sind so muntere und lustige Gesellen und nach dem ersten Jahr packen sie dann ihr Sprachrepertoir aus - alles was sie in ihrer "Kindheit" gehört haben und sich einprägen konnten.

 

Liebe Betrachter,

 

unser viertes Tagebuch ensteht in diesem Jahr. Über 4.000 Tiere haben wir in den lezten 4 Jahren aufgenommen und doch zu über 70 Prozent retten können. Es handelt sich zu über 80 Prozent um bedrohte und streng geschützte Tier- und Vogelarten.

 Trotz unserer Nöte - sei es Personalmangel, Geldmangel oder Platzmangel - immer wieder haben wir mit viel Improvisationstalent und einem riesen Spagat die Pflegestation und ihre Patienten bislang Jahrzehnte aufrecht erhalten. Bitte helfen Sie uns helfen, damit wir weitermachen können! Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Eindrücke und Informationen mit unserem Fototagebuch 2018!

Kleiner Waldkauz aus der Ravensburger Gegend

 

Dieser Waldkauz hatte letzes Jahr einen Unfall und macht seither eine Reha bei uns, denn er macht immer wieder Fortschritte - trotz seines neurologischen Problems frißt er selbständig und fliegt.

 

Aber für die Freiheit reicht es noch nicht ganz. Aber kein Problem - er darf weiter Fortschritte machen - die Zeit, die er braucht, werden wir ihm geben.

 

hier eine Großaufnahme vom Auge des kleinen Waldkauzes - ein gelungenes Bild!

Aufbau unseres neuen Storchennestes auf unserem Haus!


Vergangenes Jahr flogen nach der Rückkehr aus dem Süden immer wieder Störche unser Dach an - sie schliefen sogar Nachts auf dem First. zu diesem Zeitpunkt wußten wir nicht, dass aus Sicherheitsgründen an der Stromversorgung ein langjähriges Nest im Ort entfernt werden mußte. Wir beschlossen, für das kommende Jahr (also 2018)  ein Nest zu organisieren und Arndt Schulz von Dachwerk hat dann mit seinem Kollegen das ganze auf unserem Dach installiert. Also - sollten keine Störche einziehen, dann ist es eben ein Vorzeigobjekt, wie man Störchen mit Nisthilfen helfen kann!

 

Die Bilder zeigen den Aufbau der Nisthilfe und die Aussicht aus der Vogelsperspektive aus dem Nest.

Hier unser Freund Arndt beim Probesitzen nach dem Aufbau!

Neben an in der Leiste "Dachwerk" - seine Firma! wir sagen Danke!

Erwachsenes Eichhörnchen von der Höri

vor wenigen Tagen bekamen wir einen Anruf von der Höri, eine Frau sah, wie ein Eichhörnchen von einem Auto erfasst wurde und nahm es mit nach Hause. Nun war die große Frage wohin, sie bekam unsere Adresse heraus. Unser Werner übernahm den Fahrdienst und das regungslose Eichhörnchen wurde bei uns gleich Notversorgt. Wichtig - keine großen Umlagerungen und Bewegungen nach einem Unfall - es könnte zu schweren Folgen kommen, wenn man hier zu unbedacht handelt - auch bei der Bergung und beim Transport bitte immer die Tiere vorsichtig aufnehmen, in einen Karton mit einer Fleecedecke o.ä. ausgpolstert lagern und verdunkeln - nur kleine Luftlöcher vorher vorbereiten. So sieht auch das Wildtier keinen Menschen - denn wir vergessen oft, dass es Wildtiere sind, die im fitten Zustand vor uns fliehen würden. Nicht sprechen, keine Musik und nicht rumzeigen!

Einige Tage sind nun vergangen und das Hörchnchen, das bewußtlos als Intensivfall eingeliefert wurde, hat sich wiedererwarten erholt. Die ersten Tage hatten wir kaum Hoffnung, denn es lag apathisch und regungslos in seiner Decke und konnte kaum Flüssigkeit aufnehmen. Am dritten Tag bereits nahm es mit der Spritze alle zwei bis drei Stunden einen Milliliter Brei mit Apfel, Banane, Gries und Sahne und gemahlenen Nüssen. Jetzt läuft es schon wieder und frißt selber!  Wir freuen uns !

UHU Diango in seiner Voliere und auf dem Freisitz

tödliche Gefahr an der Futterstelle!

 

Winterzeit, viele Menschen meinen es gut und sind bemüht unseren gefiederten Freunden Futter anzubieten. Auch in diesem Fall in einem Kinderhort in Singen wurde mit verschiedenen Möglichkeiten Futter bereitgestellt. Für Kinder ein gutes Lernbeispiel.

Leider wurde aber durch Unwissenheit dieser Meisenknödlering zur Todesfalle für eine kleine Blaumeise, denn es wurden Meisenknödel mit Netzt verwendet - anstelle ohne Netz! Die kleine Blaumeise hatte sich so verfangen, dass sie Tage schon im Netz des Meisenknödels im Metallsgestell verfangen war. Das Beinschen war schon schwarz und abgestorben. Durch die Faschingstage war die Futterstelle ohne Aufsicht und erst am ersten Arbeitstag danach wurde die kleine Blaumese in ihrer mißlichen Lage erst entdeckt. Sie lebte noch und die Kindergärtnerin handelte unverzüglich und brachte Meise mitsamt dem Futterkranz sofort zu uns. Leider doch zu spät, das Tier verstarb kurz darauf.

Diese Schleiereule konnte nur noch tot geborgen werden

 

Gegen 21.00 Uhr ein Anrufer - er habe gerade bei Salem eine Schleiereule entdeckt, sie sei aber auf ein Gelände geflohen und unter einen Hänger geflüchtet. Wir baten Ihn, das Tier unter genauer Anleitung zu bergen - denn bis wir vor Ort wären, ist das Tier vielleicht schon weitergewandert - außerdem ist es möglicherweise verhungert und unterkühlt, wie so viele Greife und Eulen jetzt wegen der klirrenden Kälte seit vielen Tagen. Erst standen die Wiesen voll Wasser jetzt Alles gefrohren - keine Nahrung für Greife und Eulen. 

 

Der Anrufer war nicht bereit. Wir versuchten Leute vor Ort zu bewegen - aber Niemand erreichbar. Auf blauen Dunst losfahren geht nicht - da fahren wir meistens umsonst bei einer solchen Entfernung. Wichtig ist immer, dass einer vor Ort das Tier bewacht oder birgt - dann können wir den Einsatz starten. Wir hatten die Tage bereits unzählige Außen-Einsätze durch die Witterung und das Haus voll Intensivfälle.

 

Gleich am Morgen ist Gaby M. an den Fundort und konnte aber die Schleiereule nur noch tot bergen - sehr Schade! 

 

Bild Gaby März

 

Möwenrettung in Konstanz

 

Ein sonniger , kalter Tag in Konstanz
letzte Woche
Eiskunst ziert den Hafen
Schollen treiben
Unbemerkt von den Meisten
spielt sich hier ein kleines Drama ab
Eine Möwe
verletzt
leidet still auf einer Scholle
dort wo sich normalerweise Tretboote tummeln
zu weit weg vom Ufer
2 Jungen
Jan und Janick zeigen Herz und Einsatzbereitschaft
Unerreichbar bleibt
das arme Tier
Anruf bei der Wasserschutzpolizei
Zeit vergeht, langsam wird es kalt
Beim zweiten Anruf wird auf die Tierrettung verwiesen
Tierrettung sagt, dies liege nicht in ihrem Kompetenzbereich
sie dürften nicht, das Tierheim muss
Währenddessen die Zeit vergeht
leidet die Möwe
frieren die Jungen
Keiner kommt
Ich halte einen Polizeiwagen an, der Streife fährt
Keine passende Gerätschaft dabei
Polizist Herr Graf versucht nochmals, telefonisch etwas zu bewirken, danke
Nichts passiert.
Auch mein Anruf beim Tierheim verhallt ungehört
keiner erreichbar
Was tun ?
Rufe die Feuerwehr an
Nicht dafür zuständig, doch netterweise schicken sie einen Wagen vorbei
Leider keine passende Gerätschaft dabei
Inzwischen sind bald 2 Stunden vergangen
Man müsse der Natur ihren Lauf lassen
Jan und Janik streifen durch den Stadtpark
Finden endlich das rettende Element
einen sehr langen, vergabelten Ast.
Ich liege auf dem Steg auf dem Bauch
schiebe Schollen zu Seite
die wieder zurück schwimmen, so knapp
Endlich, endlich, nach bestimmt 2 Stunden
ist die Möwe in Reichweite
Kann sie bergen
Jan und Jannik sind genauso glücklich
Ihre Ausdauer und ihr Engagement haben sich gelohnt
Schnell fahre ich die Möwe zu Frau Bicking
Nette Kundschaft lässt mich vor
Eine Dame leiht mir ihre Wärmflasche
Beide sind wir durchgefroren
Die Möwe und ich
Sie wird kostenfrei behandelt – herzlichen Dank
Von Bio-Top aus Volkertshausen kommt ein engagierter Mitarbeiter noch extra gefahren
um die Möwe in die Obhut zu nehmen
Die Rückmeldung kommt einen Tag später
Ihr geht es gut, der Einsatz hat sich gelohnt
Doch wie kann es sein
im Stadtpark in Konstanz
dass keiner zuständig ist
Die, die Zuständig sind nicht kommen oder nicht erreicht werden können
Alles nur für eine Möwe ?
Ja, alles für eine Möwe !

Text verfasst von der Finderin - Bilder ebenfalls!

 

Traurige Geschichte - aber wahr!

 

Die Geschichte der Möwenrettung steht für Viele Fälle, wo der Finder Rettung und Versorgung des Tieres in Not selbst organisieren und in die Hand nehmen muß, das ist in Konstanz kein Einzelfall!

 

Man gewinnt den Eindruck,  Niemand ist Zuständig - dabei gibt es eine ganz klare Ansage:

Das Tierschutzheim Konstanz ist zuständig! Wie oft gehen bei uns und bei der Tierrettung Südbaden Anrufe ein, ein Tier in Not - das Tierschutzheim ist nicht erreichbar. Doch das Tierschutzheim erhält eine recht stattliche Zuwendung von der Stadt Konstanz und ist so auch selbst gewollt zuständig.

 

Lange schon arbeiten wir an der Umsetzung eines gut funktionierenden Netzwerks bestehend aus professioneller Bergung durch die Tierrettung Südbaden und Animal Rescue, sowie Tierärzte, Tierschutzheime und Vogelpfelgestation - Wildtierstation. Doch das Tierschutzheim Konstanz besteht scheinbar auf seine "Monopolstellung".

 

Unser Verein Bio-Top e.V. hat in den letzten 2 Jahren 266 Tiere aus Konstanz aufgenommen (früher waren es wesentlich mehr) - die reinen Pflegekosten hierfür belaufen sich in diesem Fall für uns auf ca. 18.600 Euro!!! Die Einsätze vor Ort und Personal sind darin finanziell nicht mit einberechnet. Ein Einsatz vor Ort würde uns jeweils zwischen 50 bis 70 Euro kosten. Von der Stadt Konstanz erhalten wir für unsere Arbeit - sprich Pflegekosten rund 20 % der tasächlich anfallenden Kosten (seit wenigen Jahren), den Rest müssen wir mühsam durch Spenden und privat finanzieren. Unsere Rettungseinsätze vor Ort werden bislang nicht bezahlt und obwolhl wir nicht einmal kostendeckend unsere Einsätze ausführen können, versuchen wir in der Regel rund um die Uhr einsatzbereit und erreichbar zu sein- da gibt es keinen Feierabend,  keine Feiertage und keine Wochenenden.

 

Wäre wünschenswert, wenn in Konstanz Tierschutzarbeit durch ein gut aufgestelltes Netzwerk funktionieren könnte. Die Tierrettung und wir waren immer dazu bereit!

 

Die kleine Möwe, die nicht einmal einjährig war, ist schon wieder gut auf die Beine gestellt und holt auf - vertilgt jede Menge kleine Fische und andere Leckereien - wir nennen sie natürlich Jonathan! Wir danken den Kindern Jan und Jannik, der Finderin und Tierärztin für Ihren Einsatz! Vielleicht bewegt ja diese Geschichte doch etwas in die richtige Richtung?